Ein Lichtermeer: Siebzig Jahre nach dem Anschluss wird am Heldenplatz der mehr als 80.000 österreichischen Opfer gedacht. Zum Schluss ging alles sehr schnell. Am 11. März 1938 war Bundeskanzler Kurt Schuschnigg zurückgetreten, einen Tag später, am 12. März 1938, marschierten deutsche Truppen unter vielfachem Jubel der Bevölkerung in Österreich ein. Nur einen Tag später unterzeichnete Arthur Seyß-Inquart das "Gesetz über die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich". Der Anschluss war vollzogen.
Gedenken
Wenige Tage später jubelten Tausende am Heldenplatz Adolf Hitler zu. 70 Jahre später versammeln sich heute, Mittwoch, wieder Tausende Menschen. In einem gemeinsamen Projekt rufen die katholische Jugend und die Organisation „A Letter to the Stars“ zur „Langen Nacht des Schweigens“ auf. Gedacht werden soll vor allem der 80.000 österreichischen Opfer des NS-Regimes: Juden, politische Gegner, Behinderte, Roma und Sinti, Homosexuelle und aus Glaubensgründen Verfolgte.
Kerzenlicht
Die Veranstaltung startet um 18.30 Uhr mit dem Entzünden von 80.000 Kerzen. Diese werden vor Ort kostenfrei zur Verfügung gestellt, einzig ein Feuerzeug sollten Teilnehmer mitbringen. Ab 18.45 Uhr geben die Acht Cellisten der Wiener Symphoniker ein kurzes Konzert. Ab 19 Uhr sprechen Zeitzeugen und Prominente: Die KZ-Überlebende Susanne Lamberg, die Historikerin Erika Weinzierl, der KZ-Überlebende Wladyslaw Bartoszewski und der ehemalige Bundeskanzler Franz Vranitzky. Die ganze Nacht über werden die Namen der mehr als 80.000 Ermordeten auf vier Leinwände projiziert. Dabei zeigt sich in, wie unfassbar viele Menschen im NS-Regime ermordet wurden. Um alle Namen in dieser Nacht zeigen zu können, scheint jeder Name nur zwei Sekunden lang auf.
Mi., 12. März, ab 18.30 Uhr, Heldenplatz (1., vor der Hofburg), Eintritt frei.