Neuer Friedhof
Der neue Friedhof auf der Türkenschanze, "der für Bekenner jeder Confession" als allgemeine Begräbnisstätte bestimmt war, verfügte 1888 nicht nur über eine "Israelitische Abtheilung". Am 13. Februar 1894 genehmigte der Stadtrat dem k. k. Militär-Territoria-Commando auf dessen Ersuchen eine Begräbnisstätte für Soldaten mohammedanischen Glaubens, für deren Errichtung eine Fläche von 404,4 Quadratmeter für 40 Einzelgräber auf die Dauer von 20 Jahren zur Verfügung gestellt wurde. Anlass für dieses bereits 1892 gestellte Ansuchen war ein Erlass des k. k. Reichs-Kriegsministeriums vom 22. Dezember 1891, auf Grund dessen die Beerdigung der in der Garnison Wien sterbenden Militärpersonen mohammedanischen Glaubens nach dem Ritus dieser Religion zu erfolgen hatte.
1898 genehmigte der Stadtrat das vom Stadtbauamt vorgelegte Projekt für die Einteilung der Gräber. 1899 wurde die Zuleitung des Hochquellenwassers vorgenommen. 1900 wurde die Begräbnisstätte für Soldaten mohammedanischer Religion um 157 Quadratmeter zur Errichtung von 32 Einzelgräbern erweitert sowie die Anlage von sieben Gräbern in der bereits bestehenden Begräbnisstätte vorgenommen.
Erweiterungen
Zur Erweiterung des Friedhofes genehmigte der Gemeinderat am 22. September 1899 den Ankauf eines Grundstückes im Ausmaß von 4.000 Quadratmeter, am 27. Dezember 1900 auf Grund einer Enteignungsverhandlung den Ankauf von 4.125 Quadratmeter und am 21. Mai 1901 den Ankauf von 7.459 Quadratmeter. 1901 genehmigte der Stadtrat die Anschaffung eines Versenkungsapparates und 1902 das bauamtliche Projekt für die Einbeziehung der 1901 erworbenen Grundfläche einschließlich der Verlängerung der Einfriedungsmauer entlang der Hartäckerstraße "bis an die Grenze der mohammedanischen Abteilung". 1903 beschloss der Stadtrat, der Israelitischen Kultusgemeinde "die Benützung der Wartehalle zur Vornahme von rituellen Feierlichkeiten in den Nachmittagsstunden zu untersagen".
Eine neuerliche Erweiterung des Friedhofes sowie die Verlängerung der Friedhofsmauer im Zuge der Hartäckerstraße wurden 1906 ausgeführt. Die Friedhofsfläche wurde um 9.334 Quadratmeter auf 57.271 Quadratmeter vergrößert. Im selben Jahr wurde die israelitische Abteilung durch Zuweisung eines bisher unbelegten Friedhofsteiles vergrößert. Die 1907 vom Stadtrat genehmigten Arbeiten zur Renovierung des Leichenhauses sowie die "Herstellung einer Einsegnungskapelle" konnten Anfang 1908 abgeschlossen werden.
1911 wurde, um eigene Gräber zu gewinnen, der Depotplatz in den Belagsraum einbezogen und gleichzeitig der Grinzinger Friedhof als "Ersatz für den nicht mehr erweiterungsfähigen Döblinger Friedhof bestimmt". Im April 1917 wurden schließlich "wegen Erschöpfung des Belagsraumes für eigene Gräber die Leichen aus dem Sprengel dieses Friedhofes dem Grinzinger Friedhof zugewiesen". Als Anfang 1920 das Staatsamt für Heereswesen auf die weitere vertragliche Sicherstellung von Grabstellen für die Beerdigung mohammedanischer Soldaten verzichtete, genehmigte der zuständige Gemeinderatsausschuss am 17. Juni die Herstellung eigener Gräber und Grüfte auf dem freigewordenen Friedhofsteil. Eine neuerliche Anlage von eigenen Gräbern erfolgte erst wieder zwischen 1929 und 1931.
1925 wurde die Leichenhalle umgestaltet und ein zweiter Aufbahrungsraum geschaffen. Eine weitere Umgestaltung erfolgte 1931. Der alte Döblinger Ortsfriedhof wurde 1927/1928 in eine öffentliche Gartenanlage umgestaltet, die den Namen Strauß-Lanner-Park erhielt. Von der Errichtung eines Denkmalhaines wurde abgesehen. Nur der Grabstein für Johann Strauß (Vater) und für Josef und August Lanner verblieb in der Gartenanlage. Die in den Grabstellen Bestatteten waren bereits 1903 exhumiert und im Wiener Zentralfriedhof wiederbeerdigt worden.
Text: Webservice der Stadt Wien
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